S7 Kompakt – Wundversorgung 

1. Marktüberblick 

Der deutsche Markt für Wundversorgung umfasst die klassische (trockene) und moderne (feuchte) Versorgung akuter und insbesondere chronischer Wunden. Schwerpunkt ist die ambulante Versorgung, z. B. durch Pflegedienste, spezialisierte Leistungserbringer, Apotheken, Homecare-Anbieter und Sanitätsfachhandel. 
Rund 2,7 Mio. Menschen leiden jährlich an einer Wunde – über 1 Mio. davon mit chronischem Verlauf. Die Prävalenz steigt mit dem Alter stark an: Ab 85 Jahren ist jeder Zehnte betroffen. Hauptursachen sind Dekubitus, Ulcus cruris und das diabetische Fußsyndrom

2. Marktentwicklung & Struktur 

  • Patientenzahlen 
    Die Zahl chronischer Wundpatient:innen wächst kontinuierlich durch demografischen Wandel, Zunahme von Diabetes, Adipositas und Immobilität. In der ambulanten Pflege liegt die Prävalenz bei rund 10 %, in stationären Einrichtungen bei 68 %
  • Ausgaben 
    2023 betrugen die GKV-Bruttoausgaben für Verbandsmittel in der ambulanten Versorgung 1,88 Mrd. (+18,6 % zum Vorjahr). Preissteigerungen bei modernen Produkten treiben das Wachstum. 
  • Marktteilnehmer 
    Der Markt ist stark fragmentiert: Neben führenden Herstellern wie Paul Hartmann, Lohmann & Rauscher oder BSN medical spielen spezialisierte Pflegedienste und Wundzentren eine wachsende Rolle. Homecare-Anbieter dominieren aktuell die Versorgung, oft in Kooperation mit Pflegeeinrichtungen. 
     

3. Trends, Herausforderungen & Perspektiven 

  • Moderne Wundversorgung auf dem Vormarsch 
    Hydroaktive und silberhaltige Wundauflagen gewinnen Marktanteile – trotz höherer Preise, da sie Heilungschancen verbessern können. 
  • Regulatorische Änderungen 
    Die neue HKP-Richtlinie stärkt spezialisierte Leistungserbringer, verpflichtet zu Zusatzqualifikationen und könnte Behandlungsqualität steigern. 
    Gleichzeitig sorgt die überarbeitete Arzneimittel-Richtlinie für Unsicherheit: Produkte ohne klaren Nutzennachweis verlieren ihre Erstattungsfähigkeit. 
  • Fachkräftemangel 
    Qualifiziertes Personal ist knapp; spezialisierte Fachkräfte sind stark umworben. 
  • Digitalisierung 
    Telemedizin, Foto-/Video-Dokumentation und digitale Wundplattformen gewinnen an Bedeutung, insbesondere zur Verbesserung der Versorgung im ländlichen Raum. 

4. Investitions- und Einsparpotenzial 

  • Effizienz durch Spezialisierung 
    Daten zeigen: Spezialisierte Leistungserbringer verkürzen die Behandlungsdauer chronischer Wunden um bis zu 22 Tage, reduzieren Komplikationen und vermeiden kostenintensive Klinikaufenthalte. 
  • Wachstumschancen: Der Markt bleibt langfristig attraktiv: Prognosen gehen von einem weiteren deutlichen Anstieg der Patientenzahlen bis 2050 aus. Investitionspotenziale ergeben sich durch Konsolidierung, Ausbau spezialisierter Versorgungsstrukturen, innovative Produkte und digitale Lösungen. 

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Alle Angaben basieren auf offiziellen und Branchenquellen, Stand März 2025.